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Erwerb der Grundstücke der Hospitalisten im lateinischen Osten, 1099-1291

Erwerb der Grundstücke der Hospitalisten im lateinischen Osten, 1099-1291

Erwerb der Grundstücke der Hospitalisten im lateinischen Osten, 1099-1291

Von Paul Sideklo

Doktorarbeit, Universität von Toronto, 1998

Zusammenfassung: In der Zeit der Kreuzzüge (1099-1291) entwickelten sich die Ordensritter des Krankenhauses des heiligen Johannes von Jenisalem oder Hospitallers zu einem der größten institutionellen Landbesitzer im lateinischen Osten und in Europa. Diese Arbeit untersucht die Akquisitionspolitik des Ordens und dokumentiert die chronologische und geografische Verteilung seiner ländlichen Grundstücke im lateinischen Osten.

Neben Land erwarb das Krankenhaus auch Festungen, Häuser und andere Gebäude sowie Rechte an Menschen, Tieren, Wasser und Weinreben. In dieser Arbeit werden die Personen und Familien vorgestellt, die Eigentum an den Orden übertragen haben, und die Beziehung zwischen Wohltäter und Empfänger erörtert. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Verwaltung dieser Gebiete und der Menschen, die sie bewohnten.

Als Mönchsorden erwarb das Krankenhaus seine Grundstücke größtenteils durch fromme Spenden von Wohltätern als Gegenleistung für spirituelle Belohnungen. Diese Spenden wurden durch strategische Käufe ergänzt, die deutlich zeigen, dass der Orden aktiv Immobilien mit der Absicht verfolgte, Land zu konsolidieren und zusammenhängende Grundstücke zu entwickeln. Die Chartas deuten auch darauf hin, dass die ländliche Besiedlung umfangreicher war als bisher angenommen. Als Siedler kamen die Hospitalisten mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt.

Die in dieser Arbeit vorgelegten Beweise zeigen, dass der Orden enge Beziehungen zu vielen syrischen Christen aufgebaut hat, aber Abstand zu den meisten Muslimen gehalten hat. Es wird auch vorgeschlagen, dass die Franken ein Landbesitzsystem verwendeten, das viele Parallelen zu dem in Teilen Europas praktizierten hatte.

Die Hauptquellen, die in dieser Arbeit verwendet werden, sind die Urkunden des Archivs der Hospitaliers, von denen fast 600, die sich auf den lateinischen Osten beziehen, von Delaville le Roulx in transkribiert und bearbeitet wurden Cartulaire général de l'ordre des Hospitaliers de Saint-Jean de Jérusalem (1 100 - 1310). Zum leichteren Abrufen und Nachschlagen wurden die Chartas codiert und je nach Person, Eigentum und Art der Übertragung in eine relationale Datenbank eingegeben. Diese Dokumente wurden durch die Urkunden anderer Immobilieninstitutionen im lateinischen Osten sowie durch verschiedene lateinische und arabische Chroniken der Kreuzzugszeit ergänzt.