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Krieger, Helden und Gefährten: Verhandlung über Männlichkeit im wikingerzeitlichen England

Krieger, Helden und Gefährten: Verhandlung über Männlichkeit im wikingerzeitlichen England

Krieger, Helden und Gefährten: Verhandlung über Männlichkeit im wikingerzeitlichen England

Von D.M. Hadley

Angelsächsische Studien in Archäologie und GeschichteVol.15 (2008)

Abstract: Eine detaillierte Analyse der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten hat unser Verständnis vieler Aspekte der frühmittelalterlichen Gesellschaft verändert, doch das Studium der Wikinger in Großbritannien ist gegen diesen Wissenschaftszweig weitgehend immun geblieben. Als Antwort auf diese Lücke untersucht dieses Papier die geschlechtsspezifische Dimension der Bestattungsaufzeichnung der Skandinavier in England im neunten und zehnten Jahrhundert und legt nahe, dass die Betonung der männlichen Darstellung sowohl in der Bestattungs- als auch in der skulpturalen Aufzeichnung nicht nur eine ist Eigenart des Überlebens, aber es gibt viel zu verraten über die Aushandlung der Herrschaft im Kontext von Eroberung und Besiedlung.

Einleitung: Für eine Generation von Wissenschaftlern war das Geschlecht eine wichtige analytische Kategorie. Infolgedessen ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass Weiblichkeit und Männlichkeit keine unveränderlichen organischen Kategorien waren, sondern dass sie sozial konstruiert, historisch kontingent und vielfältig waren. Die Pluralität und Fluidität von Geschlechtsidentitäten wird zunehmend aufgeklärt, ebenso wie die vielfältigen Kontexte, in denen sie konstruiert und umstritten wurden. Geschlecht wird heute auch als primärer Indikator für Macht in der Gesellschaft und als Mechanismus sozialer Inklusion und Ausgrenzung verstanden. Das Studium des Geschlechts hat unser Verständnis vieler Aspekte der frühmittelalterlichen Gesellschaft entsprechend verändert.

Die Untersuchung der skandinavischen Besiedlung Großbritanniens im 9. und 10. Jahrhundert hat jedoch die Erkenntnisse dieser Generation von Wissenschaftlern weitgehend nicht erfasst. Ein Kapitel in Christine Fells Band Women in Anglo-Saxon England und Judith Jeschs Buch Women in the Viking Age boten beide wertvolle, weitreichende, interdisziplinäre Erhebungen über die Rolle von Frauen während der Zeit der skandinavischen Überfälle und Siedlungen Zeit, in der es den Forschern in der Vergangenheit hauptsächlich darum ging, die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen, anstatt sich mit der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten zu befassen.

Bei der Entwicklung der Arbeit dieser beiden Pioniere und bei dem Versuch, auf spätere Fortschritte in der Geschlechterforschung zu reagieren, werden Aspekte der männlichen Identität im Kontext der skandinavischen Eroberung und Besiedlung in England untersucht.


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