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Institutionalisierung und Vita Religiosa. Neue Ansätze zur Geschichte der mittelalterlichen Orden

Institutionalisierung und Vita Religiosa. Neue Ansätze zur Geschichte der mittelalterlichen Orden

Institutionalisierung und Vita Religiosa. Neue Ansätze zur Geschichte der mittelalterlichen Orden

Von Anne Müller

Zeitschrift der Oxford University History SocietyVol.3 (2005)

Einleitung: Aus unserer langfristigen Perspektive zählen die Orden zweifellos zu den auffälligsten Beispielen für erfolgreiche Kontinuität innerhalb des Spektrums mittelalterlicher Institutionen. Das organisierte Ordensleben bietet daher eine lehrreiche und aufschlussreiche Fallstudie, um die Funktionsweise der Institutionalisierung genauer zu untersuchen. Tatsächlich hilft das Studium der Ordensgemeinschaften im Sinne einer Institutionalisierungstheorie zu erklären, wie soziale Institutionen sich selbst gestalten und ihre Stabilität im Laufe der Zeit und nachfolgender Generationen aufrechterhalten, und gibt so Antworten auf Fragen, die für das Verständnis jeder menschlichen Formation von zentraler Bedeutung sind. 1997 wurde unter der Leitung von Professor Gert Melville an der Universität Dresden das Forschungsprojekt „Institutionelle Strukturen religiöser Orden im Mittelalter“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt zielt auf einen streng vergleichenden Ansatz zur Geschichte religiöser Orden als institutionelle Formationen ab. Zu den beteiligten Historikern zählen viele Doktoranden; Sie analysieren jene institutionellen Mechanismen, die die ordnungsgemäße und dauerhafte Übertragung von Normen und Idealen in das praktische religiöse Leben garantierten und Stabilität in der Dialektik der beabsichtigten Kontinuität und des tatsächlichen Wandels bewirken. In der folgenden allgemeinen Einsicht werden die Ziele und die Struktur unseres Dresdner Forschungsprojekts sowie einige der bisher erzielten Ergebnisse aufgeführt.


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