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Nachsiedlungsgeschichte der isländischen Wälder

Nachsiedlungsgeschichte der isländischen Wälder

Nachsiedlungsgeschichte der isländischen Wälder

Von Hörður Kristinsson

Zeitschrift für isländische AgrarwissenschaftenVol.9 (1995)

Zusammenfassung: Es wird ein kurzer Überblick über die Geschichte der isländischen Wälder gegeben, basierend auf historischen Daten aus verschiedenen Epochen und den Erfahrungen mit der Vegetation in verschiedenen Regionen des Landes heute und ihrer Beziehung zum Klima. Es wird bewertet, welche Gebiete in der Siedlung wahrscheinlich holzlos waren, und die von Steindór Steindórsson dargelegte Theorie über das Wort „heiði“ in Ortsnamen wird diskutiert. Das häufige Vorhandensein von Namen, die in einigen extrem ozeanischen Regionen fast bis zum Meeresspiegel mit „-heiði“ enden, erklärt sich daraus, dass diese Regionen zum Zeitpunkt der Namensbildung waldlose Heideflächen waren. Die alten Sagen weisen darauf hin, dass die ersten Siedler viel Zeit damit verbracht haben, Wälder zu roden, und es wird beschrieben, wie das Holz für Gebäude, als Brennstoff und zur Herstellung von Holzkohle verwendet wurde. Nachdem das Holz in dicht besiedelten Gebieten verbraucht worden war, musste es aus entlegeneren Regionen transportiert werden. Schließlich mussten die Bewohner Reisig und Zwergsträucher zerreißen, um genügend Heizmaterial zu erhalten, das für das Überleben in Island unerlässlich ist. Überall freie Beweidung verhinderte die natürliche Regeneration der Wälder.

Einleitung: Ich möchte Ihnen einen kurzen Überblick über die Geschichte der isländischen Wälder von der Besiedlung des Landes im 9. und 10. Jahrhundert bis heute geben. Beginnen wir mit einem Versuch, die Situation zu veranschaulichen, als die nordischen Siedler ins Land kamen.

In einem Buch, das Ari der Gelehrte (1068-1148) schrieb, um die Besiedlung des Landes zu beschreiben, erzählt er, dass Island zwischen der Küste und den Bergen mit Holz bedeckt war. Diese Aussage wurde wahrscheinlich öfter zitiert als jede andere in den alten Sagen. Es wurde von vielen früheren Autoren bestritten, aber ich denke, es wird in späteren Zeiten allgemein akzeptiert. Wir haben jetzt gesehen, dass Weiden- und Birkenholz bald von selbst wächst, wenn es vor intensiver Beweidung geschützt wird, was sonst die natürliche Abfolge verhindert.


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