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Kriminalität, Gerechtigkeit und Gesellschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit: Dreißig Jahre Kriminalität und Geschichte der Strafjustiz

Kriminalität, Gerechtigkeit und Gesellschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit: Dreißig Jahre Kriminalität und Geschichte der Strafjustiz

Kriminalität, Gerechtigkeit und Gesellschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit: Dreißig Jahre Kriminalität und Geschichte der Strafjustiz

Von Xavier Rousseaux und Kevin Dwyer

Kriminalität, Histoire & Sociétés / Kriminalität, Geschichte & Gesellschaften, Vol. 1: 1 (1997)

Abstract: Dieser Artikel wurde als Hommage an H.A. Zunächst werden die historiografischen Wurzeln dieses neuen Gebiets angesprochen, bevor die Art der verwendeten Quellen und die Art und Weise ihrer Nutzung erörtert werden. Die wichtigsten Ergebnisse von 30 Jahren Forschung zum Profil von Kriminalität und Kriminellen, zur Unterdrückung von Strafen und zur Aufrechterhaltung der Ordnung werden verfolgt. Schließlich fordert eine vergleichende Lektüre des Beitrags der Kriminal- und Strafrechtsgeschichte zur Sozialgeschichte und der Sozialgeschichte zur Kriminal- und Justizgeschichte eine engere Integration der Strafgeschichte in die Sozialgeschichte.

Einleitung: Die Historiographie der Themenvielfalt, die unter dem Oberbegriff « Geschichte des Verbrechens und der Strafjustiz »Ist nicht leicht zu entwirren. Als relativ neues Gebiet der Geschichte verfügt diese Unterdisziplin weder über eine lange Tradition noch über institutionelle Bezugspunkte oder spezielle Forschungsgeräte.

Die erste organisierte Studiengruppe in der Region war die 1973 insbesondere von Herman Diederiks gegründete Nederlandse Werkgroep Strafrechtgeschiedenis. Die Gruppe organisierte 1977 zwei internationale Treffen in Amsterdam und Leiden, die sich mit der Geschichte der Kriminalität befassten, und ein weiteres auf der Konferenz für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Edinburgh im Jahr 1978. Im Anschluss daran war die Internationale Vereinigung für die Geschichte der Kriminalität und der Strafjustiz etabliert als erster regelmäßiger Treffpunkt von Forschern, die bis dahin in verschiedenen Zweigen der Geschichte verstreut waren - und institutionelle und rechtliche, wirtschaftliche und soziale, politische, anthropologische und kulturelle mit den Praktiken anderer sozialwissenschaftlicher Forscher kombinierten (Juristen, Kriminologen, Soziologen, Anthropologen).

Zwischen 1978 und 1995 organisierte der Verein eine Reihe von interkontinentalen Konferenzen und etwa zwanzig thematischen Kolloquien, die am besten im Maison des Sciences de l'Homme in Paris stattfanden. Sie begannen 1972 mit der Veröffentlichung eines Newsletters, der später als Bulletin bezeichnet wurde.

In kurzer Zeit haben sich die Zeichen der Reife in diesem neuen Forschungsbereich vervielfacht, angefangen von der Schaffung nationaler Netzwerke von Historikern der Kriminal- und Strafjustiz wie in Deutschland über internationale Netzwerke innerhalb von Verbänden wie der Social Science History Association bis hin zu Fachsitzungen bei internationale Treffen wie der jüngste Internationale Kongress für Geschichtswissenschaften oder die neu geschaffene Europäische Konferenz für Geschichte der Sozialwissenschaften und schließlich Fachzeitschriften und Rezensionen.


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