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Lateinische Reize des mittelalterlichen England: Verbale Heilung in einer christlichen mündlichen Überlieferung

Lateinische Reize des mittelalterlichen England: Verbale Heilung in einer christlichen mündlichen Überlieferung

Lateinische Reize des mittelalterlichen England: Verbale Heilung in einer christlichen mündlichen Überlieferung

Von Lea Olsan

Mündliche TraditionVol7: 1 (1992):

Einleitung: Dies ist ein Aufsatz, um eine Diskussion über mittelalterliche lateinische Reize als Genre zu eröffnen, das in der mündlichen Überlieferung verwurzelt ist. Es wird sich ausschließlich mit Materialien befassen, die aus in England von etwa 1000 n. Chr. Bis nahe 1500 n. Chr. Hergestellten Manuskripten stammen. Ein Grund für die Festlegung solcher Einschränkungen für die Materialien besteht darin, dass die chronologische und geografische Einschränkung der Studie die Identifizierung von Merkmalen erleichtert, die der englischen Inseltradition von typisch sind Lateinische Reize. Obwohl im gesamten mittelalterlichen Europa lateinamerikanische Reize zu finden sind, kann ein vorzeitiger interkultureller Vergleich die regionalen Besonderheiten verschleiern. Zunächst scheint es am besten zu sein, anzugeben, was in diesem Artikel mit dem Wort „Charme“ gemeint ist.

Carmen ist das Wort, das im klassischen Latein unter anderem „eine feierliche rituelle Äußerung, die normalerweise in metrischer Form gesungen oder gesungen wird“ (OLD) bedeutet. Das Wort bezeichnete einerseits eine religiöse Hymne oder andererseits einen magischen Gesang, Zauber oder eine Beschwörung. Verwandte Wörter im späten Latein sind incantamentum und incantatio. Diese Wörter verbinden sich mit Magie aufgrund der Implikationen des Singens oder Beschwörens in heidnischen Kontexten. In den hier betrachteten mittelalterlichen Manuskripten carmen ist das Wort, das wiederholt als Tag, Überschrift oder Randglanz verwendet wird, um auf eine Art verbale Heilung aufmerksam zu machen. Seine Bedeutung beschränkt sich nicht nur auf gesprochene Mittel, da die Anweisungen häufig darauf hinweisen, dass die wirksamen Wörter geschrieben werden sollen, und der Begriff auch nicht speziell auf poetische Texte bezogen ist. Das Wortcarmensowie das mittelenglische „charme“ weisen darauf hin, dass ein Mittel eher mit Worten als beispielsweise durch die Anwendung von Pflanzen wirkt. In den frühen angelsächsischen Manuskripten bezeichnen einheimische Wörter auch verbale Heilmittel: Galdor und sein Verb Ongalan stammen aus der indogermanischen Wurzel ghel-, die zwei Linien der semantischen Entwicklung hat, von denen eine die englischen Wörter hervorbringt Schrei und jaulen, während der andere mit bezaubern und singen verbunden ist. Die letztere Bedeutung bleibt im Wort Nachtigall erhalten. Altes Englisch gebede, was "Gebet" bedeutet, erscheint auch in Bezug auf Heilungsformeln. In angelsächsischen einheimischen Reizen findet man die Richtungen "sing this gealdor" und "sing this gebede", die die gleichen Arten von Formeln begleiten. Im Großen und Ganzen ist das hervorstechendste Merkmal der kurzen lateinischen Texte, die in diesem Artikel als Zauber bezeichnet werden, ihr christlicher Charakter.

Im Folgenden werde ich vier elementare Fragen ansprechen: (1) Was sind die nahe verwandten Genres? Mit anderen Worten, in welchen Kontexten erscheinen Reize in den Manuskripten? (2) Inwiefern kann das Genre als mündlich traditionell bezeichnet werden? (3) In welchen Sprachformen ist das Genre kohärent? (4) Wie, bei welcher Gelegenheit, von wem und für wen werden Reize ausgeführt und wie funktionieren sie in diesen Situationen?


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