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Der Sexskandal in der Kirche: Mittelalterliche Blaupause für eine Katastrophe

Der Sexskandal in der Kirche: Mittelalterliche Blaupause für eine Katastrophe

Der Sexskandal in der Kirche: Mittelalterliche Blaupause für eine Katastrophe

Von Dyan Elliott

Vortrag am 10. März 2009 am Weinberg College of Arts and Sciences der Northwestern University.

Die christliche Lehre war immer gespalten zwischen Intoleranz gegenüber der verborgenen Sünde und der Befürchtung, die Gläubigen durch ihre Veröffentlichung zu skandalisieren. Der Aufstieg des geistlichen Zölibats würde die Waage zugunsten der geheimen Sünde kippen, und es kam zu einer systematischen Verschleierung sexueller Verstöße. Bestimmte Entwicklungen in der Lehre, insbesondere die Entwicklung des sakramentalen Bekenntnisses, haben dieser stillschweigenden Politik ein Siegel der Heiligkeit verliehen und den Weg für die Sexskandale der heutigen Kirche geebnet.

Dyan Elliott ist ein Historiker Westeuropas im Mittelalter. Ihre Interessen konzentrieren sich auf Geschlecht, Spiritualität und Sexualität sowie auf die Art und Weise, wie diese drei Variablen interagieren. Sie ist besonders fasziniert davon, wie die Ränder dazu beitragen, das Zentrum einer bestimmten Gesellschaft zu definieren. Elliotts Veröffentlichungen umfassen Spirituelle Ehe: Sexuelle Abstinenz in der mittelalterlichen Ehe (1993); Gefallene Körper: Verschmutzung, Sexualität und Dämonologie im Mittelalter (1999); und Proving Woman: Weibliche Spiritualität und Inquisitionskultur im Spätmittelalter (2004). Diese letztere Arbeit wurde 2006 mit dem Otto-Gründler-Preis für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Mittelalterforschung ausgezeichnet. Aktuelle Projekte umfassen eine Untersuchung der greifbaren Folgen mittelalterlicher Hochzeitsbilder und eine Untersuchung der Krise der Authentizität, die sich aus der Begegnung des lateinischen Christentums mit den dualistischen Katharern ergibt.


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