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Jenseits von "Geschichte und Erinnerung". Spuren jüdischer Geschichtsschreibung im Mittelalter

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Jenseits von "Geschichte und Erinnerung". Spuren jüdischer Geschichtsschreibung im Mittelalter

Von Johannes Heil

Mittelalterliche Jüdische StudienVol. 1 (2007/8)

Abstract: "Beyond 'History and Memory'" setzt die Diskussion über jüdisches historiographisches Denken im Mittelalter fort und stellt die Annahme in Frage, dass es zwischen Flavius ​​Josephus und Isaak M. Jost fast keine jüdische Historiographie gab, insbesondere bewusst bewusst historische Arbeiten (Momigliano, Neusner). . Auf den von Bonfil, Funkenstein und Yerushalmi erkundeten Wegen argumentiert der Autor, dass das Fehlen einer mittelalterlichen jüdischen Geschichtsschreibung eher auf Verluste als auf eine eindeutig a-historische Denkweise zurückzuführen ist. Obwohl keine umfassende mittelalterliche jüdische Chronik vorhanden ist und höchstwahrscheinlich nie ein solches Werk geschrieben wurde, zeigt ein genauerer Blick, dass mittelalterliche Juden verschiedene Formen historiographischer Praktiken anwendeten, die spezifischen apologetischen, bejahenden und identifizierenden Bedürfnissen dienten. Diese Praktiken spiegelten auf die eine oder andere Weise die Minderheitensituation vormoderner Juden wider, die den Erzählungen und Lehren der anderen Seite mit ihren eigenen Geschichten entgegenwirkten. Um zu veranschaulichen, was er als "interlineare" und "partizipative" Formen der Geschichtsschreibung versteht, verwendet der Autor ein breites Spektrum von Beispielen mittelalterlicher jüdischer Texte. Er argumentiert auch, dass einige jüdische historiografische Stücke, als sie den narrativen Bedürfnissen der anderen Seite dienten, ihren Weg in die Arbeit christlicher lateinischer Chronisten wie Thiertmar von Merseburg oder Dalimil fanden.


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