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Prophezeiung, Alchemie und das Ende der Zeit: Johannes von Rupecissa im Spätmittelalter

Prophezeiung, Alchemie und das Ende der Zeit: Johannes von Rupecissa im Spätmittelalter

Prophezeiung, Alchemie und das Ende der Zeit: Johannes von Rupecissa im Spätmittelalter

Von Leah DeVun
Columbia University Press, 2009
ISBN: 978-0-231-14538-1

Mitte des 14. Jahrhunderts sandte der Franziskanermönch Johannes von Rupescissa eine dramatische Warnung an seine Anhänger: Die letzten Tage kamen; Die Apokalypse war nahe. Rupescissa wurde von der christlichen Kirche als verrückt angesehen und hatte mehr als ein Jahrzehnt in Gefängnissen verbracht - in einem Fall in Ketten gewickelt und unter einer Treppe eingeschlossen -, doch Misshandlungen konnten die apokalyptische Botschaft des Bruders nicht zum Schweigen bringen.

Religiöse Persönlichkeiten, die die Endzeit predigten, waren im späten Mittelalter kaum selten, aber Rupescissas Lehren waren einzigartig. Er behauptete, dass die Kenntnis der natürlichen Welt und insbesondere der Alchemie als Verteidigung gegen die Plagen und Kriege der letzten Tage dienen könne. Seine Verschmelzung von apokalyptischer Prophezeiung und quasi-wissenschaftlicher Forschung inspirierte ein neues Genre der alchemistischen Schrift und eine neuartige Kosmologie von Himmel und Erde. Am wichtigsten ist, dass die Forschung des Mönchs eine bemerkenswerte Konvergenz zwischen Wissenschaft und Religion darstellte.

Um die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verstehen, bittet Leah DeVun darum, Rupescissas Leben und die kritischen Ereignisse seiner Zeit - den Schwarzen Tod, den Hundertjährigen Krieg, das Papsttum von Avignon - mit seinen Augen zu überdenken. Rupescissa behandelte Alchemie als Medizin (seine Arbeit war der konzeptionelle Vorläufer der Pharmakologie) und repräsentiert die aufkommenden Technologien und Ansichten, die Hungersnot, Pest, religiöse Verfolgung und Krieg bekämpfen wollten. Rupescissa ist eine überzeugende Persönlichkeit, und in diesem Buch werfen die Fortschritte, die er gemacht hat, zusammen mit den aufregenden Schritten seiner Zeitgenossen ein kritisches Licht auf spätere Entwicklungen in Medizin, Pharmakologie und Chemie.

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Prüfung der Christenheit

3. Johannes von Rupescissas Vision vom Ende

4. Alchemie in Theorie und Praxis

5. Künstler und die Kunst

6. Metapher und Alchemie

7. Das Ende der Natur

8. Fazit


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