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Licht im Dunkeln

Licht im Dunkeln

Licht im Dunkeln

Von Raza Naqvi und Urszula Zurawska

Das Medical Journal der University of Western Ontario, Vol.78: 1 (2008)

Abstract: Während das dunkle Zeitalter in weiten Teilen Europas eine Zeit intellektueller und gesellschaftlicher Stagnation war, brannte die Fackel der Wissenschaft in der islamischen Welt weiterhin hell. Der intellektuelle Fortschritt in dieser Zeit umfasst zahlreiche medizinische Durchbrüche, die Ärzte, Historiker und Studenten nicht nur aus akademischen Gründen verstehen, sondern auch heute lernen und verbessern sollten. Die Nutzung weltlicher Krankenhäuser entstand in dieser Zeit und es gab bedeutende Entwicklungen in einer Vielzahl von medizinischen Bereichen, einschließlich Anästhesie, Augenheilkunde, Pharmakologie, Neurologie und Psychiatrie. In vielen Bereichen der islamischen Medizin wurde im Mittelalter ein starker Schwerpunkt auf patientenzentrierte und interdisziplinäre Versorgung gelegt. Die Errungenschaften islamischer Ärzte im Mittelalter zeigen auch die Bedeutung einer starken Kommunikation im globalen medizinischen Bereich, da das Vorhandensein von Wegen für die globale akademische Kommunikation die Ungleichheit in der medizinischen Versorgung in verschiedenen Teilen der Welt in den folgenden Jahrhunderten weitgehend hätte beseitigen können . Die Notwendigkeit einer verbesserten internationalen Kommunikation gilt auch heute noch für die Medizin.

Einleitung: Das dunkle Zeitalter ist in weiten Teilen Europas als eine Zeit intellektueller und gesellschaftlicher Stagnation bekannt, und als Lernende in der westlichen Welt hören wir selten von den akademischen Errungenschaften in dieser Zeit. Dies zeigt sich deutlich im medizinischen Bereich, wo Historiker häufig von der Arbeit der Griechisch-Römer vor dem Mittelalter zu den Entdeckungen der Europäer danach übergehen. Vom 7. bis 13. Jahrhundert breitete sich das islamische Reich jedoch von Spanien nach China aus und war das Zentrum für den Handel mit Waren, Wissen und Ideen. Die islamische Zivilisation blühte zu dieser Zeit intellektuell auf, doch viele Historiker betrachten die Rolle der Muslime im Mittelalter lediglich als Übersetzer und Übermittler des griechisch-römischen medizinischen Wissens.

Es gibt drei wichtige Phasen in der Entwicklung der Medizin im Islam. Das erste ist die Zusammenstellung und Übersetzung der medizinischen Werke früherer Epochen, die im 7. und 8. Jahrhundert entstanden sind. Die zweite Stufe war die eines bedeutenden und echten Beitrags islamischer Ärzte zur aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Wissensbasis. Die dritte Stufe nach dem 13. Jahrhundert war die intellektuelle Stagnation und der Niedergang innerhalb der islamischen Welt.


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